Psychologie

Mit den Bachelor- und Masterprogrammen in Psychologie öffnet sich das Department für Psychologie der Sigmund Freud Privatuniversität den Anforderungen des Bologna-Prozesses nach beiden Seiten hin:

Einerseits bietet das SFU-Bachelorstudium eine berufspraktische Qualifizierung, die bereits nach 6 Semestern den Berufseinstieg ermöglicht. Andererseits beinhaltet das SFU-Bachelorstudium eine fundierte wissenschaftliche Grundausbildung, die auf konsekutive Masterstudiengänge vorbereitet.

Diesem ehrgeizigen Ziel liegt die Erfahrung zugrunde, dass ein gründliches Verständnis wissenschaftlichen Denkens und Handelns unmittelbar für die Bedürfnisse des Arbeitsmarktes und für die Erwartungen an akademisch gebildetes Personal relevant ist.

Dieses Verständnis erwerben die Studierenden im Zuge einer grundlegenden, d. h. auch entsprechend wissenschaftstheoretisch reflektierten Ausbildung in empirischen Forschungsmethoden.

Die Vertrautheit mit wissenschaftlichen Methoden ermöglicht es insbesondere, sich von der Unmittelbarkeit persönlicher Eindrücke zu distanzieren, Wahrnehmungs-, Denk- und damit Handlungsmöglichkeiten zu erweitern und sich so Umwelten und Kulturen effizient zu erschließen.

Interviewtechniken stellen z. B. nicht nur eine zentrale Kompetenz empirischer Forschung dar, sondern finden auch in der Berufspraxis Anwendung, etwa in Bewerbungs- und diagnostischen Gesprächen.

Kultur- und sozialwissenschaftliches Profil

Die Psychologie der SFU ist kultur- und sozialwissenschaftlich ausgerichtet. Damit positioniert sie sich als Alternative zur gegenwärtig, den Mainstream beherrschenden und an anderen Universitäten vorwiegend vertretenen naturwissenschaftlichen Orientierung der Psychologie.

„Alternative“ bedeutet jedoch nicht „Opposition“: Vielmehr wird theoretisch und praktisch vermittelt, dass verschiedene Ansätze in der Psychologie in unterschiedlichen Weltanschauungen verankert sind und z. B. heterogenen historischen, kulturellen und geopolitischen Prägungen und Anliegen entspringen, diese widerspiegeln und auch zu ihrer Transzendierung oder jeweiligen Bewahrung beitragen können.

Gegenstandsbereiche der Psychologie werden außerdem unter jeweils eigener Perspektive auch von anderen wissenschaftlichen Disziplinen berührt und behandelt. Es geht darum, in der Lehre solche Affinitäten, Überschneidungen und Irritationen durch andere (angrenzende) Disziplinen gezielt zu fördern. Schließlich sollen die AbsolventInnen auch die Kompetenz erwerben, mit VertreterInnen anderer Disziplinen in der Berufspraxis konstruktiv zusammenzuarbeiten. Beispielsweise lohnt es sich, Fragen zu Migration und Interkulturalität auch mit Perspektiven aus der Soziologie, der Anthropologie oder der Sprachwissenschaft zu beleuchten.

Das Bachelorstudium stellt die Grundstufe eines kulturwissenschaftlich fundierten Vollstudiums der Psychologie an der SFU dar. Aufbauend werden derzeit Masterstudiengänge (Abschluss: MSc.) mit Schwerpunktsetzung in Wirtschaftspsychologie sowie in Klinische Psychologie angeboten. Weitere Studien- und Ausbildungschwerpunkte können je nach Bedarf eingebaut werden. Als Schlussstein des Vollstudiums ist ein Doktoratsstudium (Abschluss: Ph.D.) im Aufbau.

Berufsprofil

Die berufspraktische Qualifizierung im Studiengang Psychologie (BSc. und MSc.) zielt auf den Erwerb folgender Kompetenzen und Berufsprofile ab:

  • Die Absolventen erwerben im Laufe ihres Bachelorstudiums jene kommunikativen und handlungspraktischen Kompetenzen, die es ihnen ermöglichen, aus psychologischer Sicht Entwicklungspotentiale von Einzelnen, Gruppen und größeren Systemen zu erkennen und diese eigenständig und gegebenenfalls unter Beiziehung von Spezialisten (auch aus anderen Professionen) zur Entfaltung zu bringen.
  • Sie erwerben die Fähigkeit Ergebnisse psychologischer und sozialwissenschaftlicher Forschung im Hinblick auf konkrete wirtschaftliche Belange zu lesen und nutzbar zu machen.
  • D.h., die Studierenden werden dazu ausgebildet, zwischen professionellen und wissenschaftlichen Anliegen in der Praxis zu vermitteln. Das Berufsbild, das sich die Absolventen damit eröffnen, lässt sich mithin als psychologischer Referent in vielfältigen Berufssparten kennzeichnen, u.a. in Werbung und Marketing, Arbeit und Bildung sowie Gesundheit.
  • Im weiten Feld von psychologienahen konkreten Beratungskontexten werden Studierende ebenfalls für eine – in diesem Feld allzu oft mangelnde – Verbindung von wissenschaftlicher Reflexion und Empirie mit berufspraktischer Erfahrung ausgebildet. Es geht darum, die in diesen Bereichen (z. B. gerade auch in der Praxis von Supervision, Coaching und Mediation) fehlende wissenschaftliche Expertise, erstens zu erkennen und zweitens, in der eigenen praktischen Arbeit dieses Manko wenigstens ein Stück weit zu beheben. Auf dieser Grundlage ist es schließlich auch möglich, schlechte Praxis in der Beratung von Menschen in je gegebenen beruflichen Zusammenhängen zu kritisieren und an ihrer Umgestaltung und Professionalisierung mitzuwirken.
  • Die gegenwärtige strukturelle Umgestaltung der Sozialpolitik, die auf eine weitgehende Privatisierung öffentlich finanzierter sozialer Dienste abzielt, erfordert nicht nur betriebswirtschaftliche, sondern insbesondere auch psychologisch-sozialwissenschaftliche Evaluation. D.h., es werden in naher Zukunft verstärkt Experten und Expertinnen nachgefragt werden, die imstande sind, Maßnahmen zur Qualitätssicherung, die sozialwissenschaftlichen Ansprüchen genügen, für privaten Trägerorganisationen von sozialen Dienstleistungen zu planen und umzusetzen. Ein Berufsbild für welches das Studium der Psychologie an der SFU maßgeschneidert ist.

Das Studienangebot für Psychologie an der SFU im Lichte der Herausforderung des Bologna-Prozesses

Am 19. Juni 1999 wurde in Bologna die “Gemeinsame Erklärung der Europäischen Bildungsminister” über die Schaffung eines “Europäischen Hochschulraumes” verlautbart und von VertreterInnen 29 europäischer Länder unterzeichnet. Diese Erklärung zielt vor allem auf eine Vereinheitlichung des europäischen Hochschulsystems und damit auf eine Förderung der Mobilität von Studierenden ab. Sichtbares Resultat des so genannten Bologna-Prozesses ist die Einführung eines zweistufigen Systems von Studienabschlüssen: Bakkalaureus bzw. Bakkalaurea oder Bachelor nach dreijährigem Studium und Magister bzw. Magistra oder Master nach zweijährigem Studium. Diplomstudiengänge, wie sie bislang im deutschsprachigen Raum angeboten wurden, lassen sich mit dem neuen Modell nicht vereinbaren.

Für das Fach Psychologie ist diese Umstellung mit besonderen Herausforderungen verbunden: Die im Bologna-Modell geforderte Vermittlung berufspraktischer Qualifikationen im Bachelorstudium läuft den bisher geltenden Diplomstudienplänen der öffentlichen Universitäten diametral entgegen. Darin war gerade in den ersten Studienphasen der Schwerpunkt auf eine wissenschaftliche Ausbildung gelegt worden. Berufliche Spezifizierungen folgten – oft nur in Ansätzen – frühestens in höheren Semestern oder – wie in Österreich in den Bereichen Gesundheits- und Klinische Psychologie – überhaupt erst in postgradualen Programmen. Diesen Ausbildungsstrukturen liegen nationale gesetzliche Regelungen des PsychologInnenberufs zugrunde. Nach dem in Österreich seit 1990 geltenden “Psychologengesetz” können AbsolventInnen eines Bachelorstudiums nicht freiberuflich als PsychologInnen tätig werden bzw. diesen Titel führen. Allerdings ist es AbsolventInnen des Bachelorstudiums Psychologie möglich, als angestellte PsychologInnen tätig zu sein.

In Abhängigkeit von den strukturellen Gegebenheiten an den Studienstandorten sind im deutschen Sprachraum bislang sehr unterschiedliche Bakkalaureatsmodelle realisiert worden. Große Universitäten haben die Möglichkeit, innerhalb eines breit angelegten human- oder sozialwissenschaftlichen Bakkalaureatsstudiums verschiedene Module anzubieten (z. B. Soziologie, Politologie, Psychologie etc.); am meisten verbreitet ist dabei ein Major/Minor-Modell (z. B. Major in Psychologie, Minor in Soziologie). Es ist klar, dass in einer solchen Konzeption die Funktion des Bakkalaureatsabschlusses als eigenständige Berufsqualifikation letztlich verschwunden ist. Solche Ausbildungslehrgänge stellen vielmehr eine Art Propädeutikum für darauf aufbauende Spezialstudien dar. Das gilt auch für facheinschlägige Psychologie-Bakkalaureate, die als Grundstudium für darauf direkt aufbauende berufsqualifizierende Masterstudiengänge gedacht sind.